Scoberryparty

Es fühlt sich an, wie eine 2. Haut. Abartig! Ohne zu zögern, drehe ich die Klimaanlage meines Wagens auf Höchstleistung. Sie powert aus allen Rohren und nach einiger Zeit lässt es sich so langsam wieder ertragen. Der Asphalt flimmert, die Luft steht.

0. Foto
Power aus allen Rohren!

Eine Situation, die vielen von Euch sicherlich bekannt vorkommt. Spätestens seit diesem deutschen Sommer, der mit seiner Wechselhaftigkeit und Schwüle nicht nur uns auf den Magen schlägt. Anders als in südeuropäischen Regionen fehlt ein trockener, kühlender Wind. Während das feuchtfröhliche Klima eine Brutstätte für Moskitos, Zecken und viele andere Insekten herstellt, gefällt es unseren Zielfischen nicht immer. Positiver Nebeneffekt – Sollten die Bissanzeiger mal länger schweigen, gibt es an den bunten, sommerlichen Ufern viel zu entdecken.

2. Foto

4. Foto

Auch am Gewässer bläst kein Wind, der helle Planet steht hoch am Himmel. Unsere beschuppten Wasserbewohner verhalten sich jetzt ähnlich, wie wir. Sie chillen. Hängen faul unter der Wasseroberfläche und lassen sich appetitlos die Sonne auf den Buckel scheinen. Wer jetzt nicht auf Schwimmbrot oder kühlere Nachtstunden setzt, kann es oftmals schwer haben und leer ausgehen.

3. Foto
Hang out! Auch ihm ist es zu warm.

Bieten wir unsere Köder trotzdem am Grund an macht es Sinn, dass diese auffallen. Sie sollten die Fische nicht zu sehr sättigen und gerne einen starken visuellen Reiz liefern. Meine Favoriten sind pinke, weiße und auch gelbe Reizköder. Genau in dieser Reinfolge befinden sie sich auch auf meinem persönlichen Siegertreppchen. Pink ist eine Farbe, der ich absolut vertraue und die mir immer wieder gute Fische schenkt. Bei weißen Boilies habe ich die Erfahrung gemacht, dass sie gerade in relativ klaren Gewässern gut anlaufen. Mein Favorit aus der Range ist da der Scoberry. Mit einer einfachen Behandlung lassen sich aus den Scoberrys auch pinke, oder vielleicht gelbe Köder herstellen.

Durch die neutrale, weiße Optik des Scoberrys nimmt er färbende Liquids oder den Successful Baits Bait Aktivator sehr gut auf. Das grelle Pink des Köders auf dem folgenden Foto, habe ich mit dem pinken Almond Supreme Bait Smoke Goo erzeugt. Der Phantasie sind da wirklich keine Grenzen gesetzt. Probiert es mal aus!!!

nussig
AUFFÄLLIG- Der rechte Scoberry wurde mit pinkem Almond Goo behandelt.

Es bringt natürlich nichts diese auffälligen Köder jetzt blind im Gewässer zu verteilen. Tiefen zwischen 5-10 Meter sind in diesen Hitzeperioden und gerade zur Mittagszeit eher suboptimal. Außerdem müssen wir wissen, wo sich unsere Zielfische aufhalten. Mit Polbrille und offenen Augen ist das kein Hexenwerk. Sich sonnende Karpfen lieben die Nähe zu Snags. Seerosenfelder, Baumburgen und starke Ufervegetation ziehen die Sommerkarpfen magisch an.

Haben wir solche Stellen gefunden stellt sich die Frage, wo man ein Rig platzieren kann. Kiesflecken und Fraßkrater sind gute Indizes für eine erfolgreiche weitere Angelei. Wichtig ist dabei, dass die Gegebenheiten des jeweiligen Spots nicht außer Acht gelassen werden. Manchmal sind Veränderungen der Hardware notwendig. Zum Beispiel das Vorschalten einer resistenteren, abriebfesten Schlagschnur.

8. Foto

Erhalten wir bei den ersten Versuchen bereits Karpfenkontakt ist das ein gutes Zeichen für eine dauerhaft produktive Stelle. Jetzt darf gerne etwas mehr gefüttert werden. Denn Futter schafft dauerhaftes Vertrauen. Gönnen wir den Fischen Fressphasen ohne den Platz zu beackern, kann sich das doppelt und dreifach auszahlen. Sie nehmen unsere Köder besser an und etablieren ihn in ihre Nahrungskette.

5. Foto
Voll auf Scoberry – Etabliert in der Nahrungskette.

In diesem Fall muss die Grillparty einer Scoberryparty weichen. Es kann auch bei Hitze und schwülem Wetter geerntet werden, wenn man sich auf die wechselnde Situation einlässt.

Genießt den Spätsommer und fangt was!

Max Ingenhaag

7. Foto

9. Foto

6. Foto

Top