Spring Fever

Die Sonne knallt. Das nächste Wochenende steht vor der Tür. Jeder von uns kennt es, dieses übereifrige Kribbeln in den Fingern. Ganz besonders intensiv ist es im Frühling. Ende April/Anfang Mai, wenn die Landschaft so langsam in einem satten Grün erscheint. Einfach alles wirkt lebendig. Es ist mild, die Bäume blühen und schon früh morgens wird man durch die laute Akustik des aufheiternden Vogelgesangs geweckt. Ähnlich turbulent geht es in den sozialen Netzwerken und an den Gewässern zu. Es herrscht Betrieb. Beim Blick auf die Startseite von Facebook jagt ein Fangfoto das nächste. Wer noch keinen Erfolg vorzuweisen hat, dokumentiert zumindest seine Präsenz. Ein „Die Ruten liegen…“ oder „Futter ist im Anmarsch“, wird in diesen Tagen mit absoluter Sicherheit gepostet. Scheinbar ALLE sind erfolgreich oder wenigstens Wasser.

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Kräftiges GRÜN – Alles wirkt lebendig.

Parallel fallen gerade jetzt die meisten Termine und Verpflichtungen an. Ihr Garten braucht mal ein bisschen Pflege, der Rasen muss gemäht werden und die Teichpumpe quillt vor lauter Schlamm schon wieder über. Familiengeburtstage werden jetzt gerne aufs Wochenende verlegt. Grillabende am Samstagabend, Kaffee & Kuchen am Sonntagvormittag. Haben Sie Kinder, wollen auch diese bespaßt werden. Jegliche Outdooraktivitäten sind nach dem langen Winter gefragt. Eis essen, Besuche im Tierpark oder Radtouren. Gehen Sie noch zur Schule oder stecken im Studium besteht die Gefahr, dass Sie Lernphasen oder wichtige Klausuren vernachlässigen. Doch die News vom Wasser reißen nicht ab. Ihr Smartphone GLÜHT vor lauter, neuer Statusmeldungen.

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NEWS – Eine Fangmeldung jagt die nächste.

Haben Sie nun auch noch einen festen Futterplatz, setzt Sie das zusätzlich unter Druck. Der Platzkampf am Freitagnachmittag beginnt. Das MOTTO „Wer zuerst kommt, malt zuerst“, bombardiert Ihnen nochmals Ihren eng gestrickten Zeitplan. Der Kollege mit den günstigeren Arbeitszeiten hat jetzt die Nase vorn. Machen Sie da nicht mit. Bleiben Sie cool.

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COOL bleiben & den Blick nicht für das Wesentliche verlieren.

Das A und O ist es, dass man entspannt und mobil bleibt. Das bewahrt Ihnen den Spaß an Ihrer Angelei. Planen Sie Ihre Zeit strukturiert ein und gehen Sie geschickt an die Sache heran. Bauen Sie sich Ihre Sessions um die Termine herum. Steht Samstagabend eine wichtige Feier an, gehen Sie halt nur eine Nacht. Gibt’s Sonntagsvormittag Kaffee & Kuchen bei der Oma, bauen Sie früher ab. Kommen Sie von der Uni mit längeren Anfahrtszeiten in die Heimat, stricken Sie sich einen gutgeplanten Overnighter. Genau dafür ist diese Jahreszeit nämlich wie geschaffen, denn endlich ist es HELL.

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Minimaltackle im Frühjahr – Mobil & flexibel ist oft mehr.

Sonnenaufgang ca. 6:30 Uhr – Sonnenuntergang ca. 20:30 Uhr. Macht 14 Stunden für Ihre Mobilität. Richtigen Sie alles darauf aus. Lieber einen offenen Schirm als ein großer Pramhaubenpallast. Lieber Sticks als ein wuchtiges RodPod. Lieber Liege und Eimer als einen extra Stuhl. Lieber attraktive, auffällige Fallen als grobe, harte Fischmurmeln. Lieber PVA-Sticks als zu viel Dampf mit der Futterkelle. Bauen Sie sich außerdem eine Sucherrute mit einem auffälligen PopUp, die Sie hin und wieder an verschiedene Spots platzieren. Halten Sie die Augen auf und werfen Sie lokalisierte Fische an. So lässt sich gerade im Frühjahr ein Bonus aus Ihrem Zeitmangel ziehen.

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Ausbalancierte Wafter – Keine schlechte Wahl für schnelle Bisse im Frühling.

Da das Leben unter Wasser noch nicht auf dem Level, der milden Umgebungstemperatur ist, verfehlt der üppig angelegte Futterplatz Ihrer Mitstreiter schnell seine Wirkung. Der Stoffwechsel der Karpfen ist noch nicht bereit für so ein Festmahl. Bestücken Sie Ihre Ruten, neben dem Pop-Up Sucher, mit kleineren, süßen 14 mm Instantwundern (CALAfrutti, Scoberry). Außerdem macht es Sinn auf schwerelose Köder die sogenannten „Wafter“ zurückzugreifen. Sie heben das Eigengewicht des Hakens auf und landen deutlich schneller im Rüssel Ihrer Zielfische. Diese würde ich im Frühjahr vorzugsweise in einer Größe von 16 mm einsetzen. Der letzte Trumpf sind Stickmixe. Mit Liquid bearbeitet sind diese äußerst attraktiv, aber nicht sonderlich sättigend. Das spielt zusätzlich in Ihre Karten.

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Weniger ist noch mehr – Trotz Sonne braucht das Wasser seine ZEIT.

Wichtig ist, sich nicht unter Druck zu setzen. Wer mit Mobilität und vor allem mit einem offenen Auge ans Gewässer fährt, nutzt auch kurze Zeitfenster effektiver. Dann klappt’s hoffentlich mit dem Frühjahrsfisch und mit einem breiten Grinsen am Sonntag bei Omas Kuchentafel.

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Breites Grinsen im Frühjahr – Druck, Termine & Verpflichtungen dürfen uns die Laune nicht vermiesen.
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